Lehrer klagt wegen Mobbing gegen das Land – Ex-Schulleiter wendet sich gegen sexuelle Übergriffe und erntet anschließend Gegenwind aus dem Kultusministerium

Nach Angaben der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) ist Ulrich Vormwald, der als kommissarischer Schulleiter der Kreisrealschule Bad Orb in den Jahren 2000 bis 2002 gegen sexuelle Übergriffe an der Schule aktiv war und sich schützend vor Schülerinnen und Schüler gestellt hat, vom hessischen Kultusministerium gemobbt worden. Außerdem sei die Aufklärung der Fälle blockiert worden. Dazu erklärt Ulrich Wilken, rechtspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„DIE LINKE erwartet eine Stellungnahme des CDU-geführten Kultusministeriums zu den schwerwiegenden Vorwürfen, nach denen damals Täter geschützt wurden, während der auf haarsträubende Fälle aufmerksam machende Schulleiter Gegenwind aus dem Ministerium erfahren hat. Nach Darstellung der GEW hat das Kultusministerium unter der damaligen Ministerin Karin Wolff (CDU) eine fatale Rolle gespielt. So erhielten die mutmaßlich für sexuelle Übergriffe verantwortlichen Lehrer einen Termin bei Wollfs damaligem Staatssekretär. Anschließend stempelte das Ministerium Vormwald offenbar zu einem Querulanten und er wurde jahrelang mit Versetzungen schikaniert.

Schlimmer noch: Bis heute räumt das Kultusministerium nicht mal ein, hier einen schweren Fehler begangen zu haben.“

DIE LINKE schließe sich der Einschätzung der GEW an, dass Schulleitungen und Kollegien dazu ermutigt werden müssten, sich ebenso konsequent vor Schülerinnen und Schüler zu stellen, wie es  Vormwald einst getan habe, so Wilken.

„DIE LINKE fordert Kultusminister Alexander Lotz (CDU) auf, dafür zu sorgen, Strukturen zu schaffen, die den Schutz der Schülerinnen und Schüler ermöglichen und denjenigen Rückendeckungen geben, die auf Missstande hinweisen. Notwendig ist außerdem die konsequente Aufarbeitung dieses Falls und möglicher weiterer Fälle, die dem Ministerium bekannt sind. Es ist bitter, dass bisher das hier erforderliche Signal aus dem Kulturministerium ebenso ausgeblieben ist, wie die überfällige, vollständige Rehabilitierung von Vormwald.“

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